Rundschreiben 03/18

1. Sachkunde-Fortbildungsveranstaltungen
2. Hinweise zur Stickstoff-Düngebedarfsermittlung im Weinbau nach der neuen DüV.
3. Beratungsprojekt: Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität in Rebflächen


Sehr geehrtes Mitglied,


1. Sachkunde-Fortbildungsveranstaltungen
Im April werden am DLR Rheinpfalz zwei Fortbildungsveranstaltungen zur Sachkunde angeboten:
„Rebschutzwarte-Tagung“
am Montag, 16. April 2018, von 08:30 bis 13:00 Uhr,

„Seminar für Nebenerwerbswinzer“
am Mittwoch, 18. April 2018, von 13:30 bis 18:00 Uhr

Die Teilnehmer müssen sich hierzu über das Sachkundeportal im Internet (www.dlr.rlp.de) registrieren. Dazu Button „Sachkunde“ auf der linken Seite anklicken und „Fort-oder Weiterbildung“ / „Termine“ / „Gartenbau-Weinbau“ auswählen. Die jeweilige Veranstaltung auswählen (Rebschutzwarte-Tagung oder Seminar für Nebenerwerbswinzer) und die Online-Anmeldung ausfüllen. Da zu Beginn eine Registrierung stattfindet, wird um pünktliches Erscheinen gebeten. Bitte den Personalausweis und die Sachkundekarte für die Registrierung bereithalten.
Die Sachkunde-Veranstaltungen finden in der Aula des DLR Rheinpfalz statt.

2. Hinweise zur Stickstoff-Düngebedarfsermittlung im Weinbau nach der neuen DüV.
Vor dem Aufbringen von mehr als 50 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr müssen Betriebe ab 2 Hektar Betriebsgröße gemäß § 3 (2) Düngeverordnung (DüV) den Stickstoff-Düngebedarf für jeden Schlag bzw. jede Bewirtschaftungseinheit ermitteln und dokumentieren.
Dazu wurde ein bundeseinheitliches Schätzverfahren zur N-Düngebedarfsermittlung für Ertragsanlagen entwickelt. Das bisher von uns benutzte Schätzverfahren (nach B. Ziegler, DLR Rheinpfalz) wurde noch etwas detaillierter ausgestaltet, insbesondere im Bereich der Bodenpflege. Basis des Schätzrahmens ist der Ausgangswert von 40 kg N/ha und Jahr. Von diesem Ausgangswert sind nun N-Aufschläge und N-Abzüge in Abhängigkeit des anzustrebenden Ertrages, des Rebenwachstums sowie des standorttypischen Humusgehaltes und der Art des Bodenpflegesystems möglich. Für eine Dreijahresgabe im Zuge einer organischen Düngung (z.B. Grünschnittkompost, Pferdemist, Trester) darf die erhaltene N-Menge x 3 multipliziert werden. Für die fachrechtskonforme Dokumentation der Stickstoff-Düngebedarfsermittlung steht die Excel-Anwendung „Stickstoff-Düngebedarfsermittlung im Weinbau“ zum Download bereit:
www.wasserschutzberatung.rlp.de/ Düngeverordnung/ Weinbau

Die mineralische Stickstoffdüngung sollte für Ende April bis Anfang Mai eingeplant werden. In Anlagen mit ausreichender Wüchsigkeit und normalem Schnittholzanfall besteht auch in diesem Jahr kein Anlass die Stickstoffgaben zu erhöhen. Dicke Ruten in der Rebanlage sind ein Indiz für ein überreiches N-Angebot im Vorjahr. Hier sollte durch eine verminderte Stickstoffzufuhr sowie einer reduzierten Bearbeitungsintensität die Wüchsigkeit auf Normalmaß zurückgeführt werden. Rebanlagen, die in den letzten 2 bis 3 Jahren mit Humusdüngern (Trester, Komposte, Mist) versorgt wurden, sind meist ausreichend mit Stickstoff eingedeckt. Hier ist eine weitere N-Düngung nicht sinnvoll!

3. Beratungsprojekt: Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität in Rebflächen
Bodenbearbeitung: Begrünungspflanzen aus Winter- oder Dauerbegrünungen sollen zwecks Biomassenproduktion in Weinbergen möglichst lange stehen bleiben. Mit ansteigenden Temperaturen erhalten diese einen Wachstumsschub. Weiteres Wurzelwachstum schafft im Hinblick auf den Gasaustausch mehr Porenvolumen im Boden und liefert einen wichtigen Beitrag zum Humusaufbau. Ebenfalls wird das Nahrungsangebot für das so eminent wichtige Bodenleben verbessert. Dieses fördert durch Lebendverbauung die Bildung von Ton-Humus-Komplexen und verbessert die Krümelstruktur des Bodens. Erst nach dem Knospenschwellen/ Austrieb und bei drohender Spätfrostgefahr ist Mulchen oder Walzen sinnvoll. Lediglich auf leichten, sandigen Böden bzw. besonders trockengefährdeten Standorten gilt es hoch wachsende Bestände rechtzeitig zu mulchen oder im besten Fall zu walzen.
Eine oberflächliche Bodenbearbeitung mit brechender, durchmischender Wirkung und dem Ziel der Beikrautregulierung sowie Brechung der Kapillaren, sollte zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erfolgen. Der Mineralisationsschub mit einhergehender N-Freisetzung käme zu früh. Erst ab dem 6-Blatt-Stadium beginnen Reben nennenswerte N-Mengen aufzunehmen und maximieren diesen Bedarf in Richtung Blütezeitraum. Dies deutet auf einen optimalen Bearbeitungszeitpunkt etwa zum Austrieb Ende April bis Anfang Mai hin, sofern die Bodenbedingungen es gut zulassen. (Quelle: Rebschutz- und Weinbauinformationsdienst Pfalz, DLR Rheinpfalz)


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Erhard Sopp